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Wieso Flamberg ?

Flamberg ist etwas Besonderes. Das weiss jeder Flamberger, jeder Flambergleiter sowieso. Noch besser aber wissen das die Angehörigen anderer Zürcher Pfadikorps. Denn entweder man ist Flamberger - oder eben nicht.
Man erkennt den Flamberger leicht. An seinen blauen Manchesterhosen etwa, an der eng geschnürten Krawatte oder am formellen Antreten. Vor allem aber an seinem unzerstörbaren Selbstbewusstsein. Was bleibt da einem Nichtflamberger anderes als - bewundernd oder mitleidig - zu konstatieren: "Er ist halt ein Flamberger".
Was aber steckt hinter diesem Image? Gibt es tatsächlich "Flamberger" und "andere"?

Exklusiv...

Vermutlich bestehen tatsächlich einige Unterschiede. Der Flamberg ist wohl etwas straffer organisiert als sonst ein Korps, ist besonders traditionsbewusst und ist noch immer eine reine Bubenpfadi. Der sehr enge Zusammenhalt im Korps (u.a. wegen der korpsinternen Leiterausbildung und dem starken Thing) mag auch eher weniger Kontakte zu anderen Abteilungen mit zur Folge haben.
Doch es sind kaum diese Aspekte, die das Image des Flambergs ausmachen. Es ist vielmehr ein gewisser Hang zur Exklusivität, der Wille des Flambergs, seine Besonderheit gegen aussen auch gehörig zu betonen.
Offenbar war das schon immer so: Bereits in der Chronik zum 20-Jahre Jubiläum von 1941 ist die Rede von "einer gewissen Sonderstellung des Flambergs innerhalb des schweizerischen Pfadfinderbundes." Anlass war damals der Linkhandgruss, der vom Flamberg als "unschweizerisch" abgelehnt wurde. 1929 hat der Flamberg, um seine Eingenständigkeit zu betonen, demonstrativ nicht am World Jamboree teilgenommen. Das sollte uns heute nicht mehr beschäftigen, geblieben ist aber die Überzeugung, dass Flamberg etwas ganz Besonderes sein muss.

... und elitär?

Ganz sicher "typisch Flamberg" ist der erklärte Wille zu Spitzenleistungen. Ich habe es stets als eine grosse Herausfoderung erlebt, mit Jugendlichen Samstag für Samstag nicht nur Abenteuer und Kameradschaft zu erleben, sondern gleichzeitig auch etwas Ausserordentliches erreichen zu wollen. Das fordert eine ganz besondere Motivation, vielleicht ist auch dies flambergtypisch. Mir persönlich hat diese Erfahrung im Flamberg viel gebracht. Ich weiss nicht, ob ich in anderen Abteilungen ebenso viel profitiert hätte.
Dass der Flamberg diese Motivation auch nach aussen zeigt, kann nicht erstaunen, auch wenn des zuweilen etwas zu grossspurig wirkt: Während andere Pfadifamilienabende zum Thema "Pfadi träumt" veranstalten, lauten die Mottos der Flamberg-FAs programatisch "Flamberg macht Geschichte, "Flamberg International", "Flamberg wirft Wellen", "Flamtropolis", "Wild Flambyhill".

Original aus der "Jubiläumsschrift 75 Jahre Flamberg" von Raphael Nägeli / Moby und ergänzt von Andreas Schrafl / Vektor

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